Ursprünge des Briefpapiers

Schreiben konnten und wollten die Menschen schon lange bevor es Papier gab. In Indien benutzte man dazu Blätter aus Palmengewächsen, in China Tafeln aus Knochen, Muscheln oder Elfenbein oder Stoff.

Aber etwa 100  n. Chr. war es dann endlich so weit. Der chinesische  Ackerbauminister Tsai-Lun erfand das Papier und damit letztendlich natürlich auch das Briefpapier.
Allerdings waren auf Briefpapier geschriebene Briefe zu dieser Zeit noch nicht richtig angesagt. Im Gegenteil, der Schreiber entschuldigte sich dafür, dass er auf Briefpapier und nicht auf Seide geschrieben hatte.

Über den Zeitraum von mehreren hundert Jahren konnten die Chinesen das Verfahren der Papierherstellung geheim halten. Erst im 7. Jahrhundert brachten die Araber dieses Wissen von Eroberungszügen mit: Europa erreichten diese Kenntnisse noch einmal 500 Jahre später.

Die Papierherstellung funktioniert immer noch nach dem selben Prinzip. Pflanzen werden mit Wasser zusammen zu einem breiartigen Pflanzenfasergemisch zerstampft. Um die gewollte Vermischung zu erreichen wird mit einem Sieb eine dünne Schicht abgeschöpft und leicht geschüttelt. Auf eine saugfähige Unterlage aufgebracht kann sie nun trocknen. Gepresst und nochmals geglättet hat man hiermit handgeschöpftes Papier, bzw. Briefpapier.

Selbstverständlich hat auch in Asien das Internet seine Funktion übernommen, E-Mails gehen in alle Welt. Trotzdem gibt es vor allem persönliche Anlässe, bei denen der handgeschrieben Brief auf ausgewähltem Briefpapier das Mittel der Wahl ist und durch nichts ersetzt werden kann. Vom Briefpapier mit aufgedrucktem Logo bis hin zum künstlerisch gestalteten Briefpapier mit den dazu gehörenden Briefumschlägen gibt es viele Möglichkeiten.

Das Handschöpfen des Briefpapiers ist inzwischen von maschinellen Verfahren abgelöst worden. Die asiatischen Motive sind aber immer noch weltweit gefragt.

Eine besondere Rolle kommt dabei dem immer noch handgeschöpften Japanpapier zu. Durch das spezielle Herstellungsverfahren, bei dem hier nur lange Fasern von ganz bestimmten Pflanzen verwendet werden, durch die Vorgehensweise, bei der die Pflanzenrinde nicht zerschnitten, sondern auch zerklopft wird, entsteht ein sehr zähes, widerstandsfähiges Papier, das auch sehr gut Tinte aufnehmen kann. Als tatsächliches Briefpapier kommt es kaum mehr zum Einsatz. Aber auf Grund seiner besonderen Eigenschaften eignet es sich sehr gut zur Restaurierung alter Bücher wie auch zum Basteln.